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Die Himmelsscheibe von Nebra

Description:  Vom Fundort der Himmelsscheibe inmitten der Wallanlage aus, konnten im Laufe eines Jahres verschiedene Sonnenuntergangspunkte zwischen dem Brocken, dem Kulpenberg im Harz und dem höchsten Gipfel des Kyffhäusers anvisiert werden.
Author:Manfred Holl
deutsch
  
ISBN: 1405460318   ISBN: 1405460318   ISBN: 1405460318   ISBN: 1405460318 
 
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Die Himmelsscheibe von Nebra

Es war eine Aufsehen erregende Kriminalstory und ein beachtlicher archäologischer Fund gleichermaßen: Die Entdeckung einer Himmelsscheibe in einem Waldstück bei Nebra in Sachsen-Anhalt. Was die Entdeckung so sensationell machte, waren die auf ihr abgebildeten Objekte, über deren Bedeutung allerdings noch gestritten wird.

In den vergangenen Wochen geisterte des öfteren die Meldung durch die Presse, dass bei archäologischen Ausgrabungen auf dem 252 m hohen Mittelberg in der Nähe von Nebra im Grenzgebiet zwischen dem Burgenlandkreis und dem Landkreis Merseburg-Querfurt in Sachsen-Anhalt eine „Sternenscheibe“ gefunden worden sei. Der Fundort selbst befand sich inmitten eines Waldgebietes in einer ringförmigen Wallanlage, genau an der Grenze zwischen den Ländereien, die zu den Ortschaften Wangen und Ziegelroda gehören. Der Bekanntgabe des Fundes war allerdings eine wahrhaft kriminalistische Geschichte vorausgegangen, denn die Himmelscheibe wurde bereits 1998 von Grabräubern aus dem Boden geholt, mehrfach Museen und auch Prof. Wolfhard Schlosser von der Ruhr-Universität Bochum angeboten.

Während einer fingierten Übergabe in der Schweiz konnte das Fundstück dann von der Polizei sichergestellt werden. Bei der illegalen Ausgrabung hatten die Täter auch zwei Bronzeschwerter, zwei Randleistenbeile, Meißel und Armringe entwendet. Im Februar erst kamen die Fundstücke wieder an den Fundort zurück. Somit ist eine korrekte Zuordnung der Fundgegenstände am Fundort nicht mehr möglich, die aber hätte Hinweise auf die wahre Bedeutung der Gegenstände inklusive der Scheibe geben können, so etwa, ob es sich hier in der Tat um eine Art Sternwarte handelte, oder ob die Scheibe dort nur zufällig abgelegt wurde, weil sie einer der Menschen bei sich hatte, die vor 3600 Jahren an dem Ort verweilten. Zudem sind die Grabräuber unprofessionell vorgegangen und haben aus Unkenntnis vieles von dem zerstört, was für die archäologische Arbeit vor Ort wichtig gewesen wäre.

Von einigen Gazetten wurde der Fundort sogleich als deutsches „Stonehenge“ hochstilisiert, zumal der Fertigungszeitpunkt der Scheibe zeitgleich zur letzten Ausbauphase von Stonehenge erfolgte. Nach Ansicht des Leiters des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle, Harald Meller, diente die Anlage „den Menschen zusammen mit der Scheibe zur Zeitbestimmung, was für die Aussaat und Ernte wichtig war. Hier konnten sie den Lauf der Sonne von der Winter- zur Sommersonnenwende genau bestimmen“. Das rd. 200 Meter durchmessende „Observatorium“ ist von einem Graben umgeben. Rd. 1000 Jahre lang soll diese prähistorische Sternwarte genutzt worden sein. „Die Sternwarte und das Observatorium gehören zusammen. Die Bronzescheibe mit den konkreten astronomischen Abbildungen ist auch in Mitteldeutschland angefertigt worden. Das zeigen deutliche topographische Bezüge zum Brockenmassiv im Harz“, so Prof. Schlosser

Die Himmelsscheibe
ist 2 kg schwer und durchmisst 32 cm. Darauf abgebildet sind Symbole, die man als Vollmond oder Sonne, und Mondsichel/partielle Mondfinsternis deuten kann. Dazu ein paar Sterne und eine zwischen der Sichel und dem Vollmond/Sonne gelegene Anhäufung von sieben Sternen. Diese werden hauptsächlich als die Plejaden in ihrer Konstellation vor 3600 Jahren, aber auch als das Sternbild Delphin interpretiert. Am Rand der Scheibe gibt es drei Bögen, zwei lange und ein kurzer. Diese werden gedeutet als die Darstellung der damaligen Horizontlinien, in denen die Sonne auf- und unterging. Der große Bogen soll eine Art Sonnenbarke gewesen sein.

Und authentisch ist die Scheibe wohl auch, denn Rasterelektronenmikroskopuntersuchungen des Sachsen-Anhaltinischen Landeskriminalamtes bestätigten ein Alter von etwa 3600 Jahren. Die schon oft zitierte C14-Methode schied hier allerdings aus, da die Scheibe aus Bronze besteht und die enthält keinen Kohlenstoff, der für die Altersbestimmung herangezogen werden könnte.

  
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