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Ein paar Anmerkungen Zu den Fragen der Deutung der einzelnen Symbole ein paar grundsätzliche Anmerkungen: Es ist natürlich kein Kinderspiel, die diese richtig zu interpretieren. Dazu muss man wissen, wie dieses Teil in das kulturelle Umfeld passt. Das ist auch ein Punkt, der etwa an Stonehenge immer wieder zu Recht kritisiert wird. Megalithbauten, Steinsetzungen etc. waren ein Teil der damaligen Kultur und können nur richtig gedeutet werden, wenn man auch die Umgebung in die Betrachtung mit einbezieht. Da dieser Kontext in Stonehenge jedoch völlig fehlt, bzw. bisher nur in Ansätzen gefunden wurde, ist die Behauptung, dass sei eine prähistorische Sternwarte, zumindest problematisch. Mal ganz abgesehen davon, dass dort viele Visursteine längst nicht mehr am ursprünglichen Ort stehen. Schwer wird es mit der Deutung, wozu die Nebraer Himmelsscheibe tatsächlich verwendet wurde. Es kann sich dabei in der Tat um eine Sternkarte, oder, was wahrscheinlicher ist, um einen kultischen Gegenstand mit astronomischen Bezug handeln, etwa zur Anbetung von Naturgöttern. Nicht von ungefähr gibt es in der Archäologie den geflügelten Spruch: Was ich nicht erklären kann, seh ich astronomisch an. Sprich: Sind Gegenstände, die etwas astronomisches zeigen, nicht erklärbar, denn war es Teil einer Sternwarte. Das kann bei diesem neuerlichen Fundort natürlich sein, muss es aber nicht. Wenn man einmal die Symbole auf der Himmelsscheibe genauer unter die Lupe nimmt, so ergeben sich gewisse Ungereimtheiten. So werden die sieben Sterne als Zeichnung von M 45 angesehen, wobei allerdings außer acht gelassen wurde, dass man mit bloßem Auge unter normalen Bedingungen (ungeübte Beobachter) nur sechs Sterne sieht. Außerdem ist nicht sicher, dass hier wirklich reale Himmelsobjekte abgebildet wurden, und der bronzezeitliche Künstler nicht nur einfach Platz füllen wollte. Wenn aber die Deutung richtig sein sollte, wieso weisen dann die anderen Sterne auf der Scheibe keinen Bezug zum realen Sternenhimmel auf. Diese Sichtweise ist nicht schlüssig. Es sei denn, man nimmt an, hier sei Fiktion und Realität vermischt worden. Und: Bekanntlich sind bronzezeitliche Höhlenmalereien relativ ungenau, warum die abgebildeten Sterne auf der Himmelscheibe dann aber exakt sein sollen, bleibt offen? Der Bezug der Symbolik zur Astronomie ist klar, nur ob es sich hierbei um ein künstlerisches Erzeugnis oder eines zur praktischen Beobachtung handelt, das wird man nur schwer enträtseln können. Es kann sich auch nur um einen sakralen Gegenstand handeln, der nicht bei der Himmelsbeobachtung verwendet wurde. Man wird sich die wahre Nutzung der Himmelsscheibe und die ihr zugrunde liegende Vorstellungswelt der frühbronzezeitlichen Kultur wahrscheinlich nie richtig erschließen können und ist auf mehr oder weniger geistreiche Vermutungen angewiesen. |
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