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Die Himmelsscheibe von Nebra

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Die Himmelsscheibe von Nebra



Um einmal die Schwierigkeit der richtigen Deutung alter Fundgegenstände zu offenbaren, wagen wir ein Gedankenexperiment: Stellen wir uns vor, in 3600 Jahren finden Archäologen, die nur sehr wenig Kenntnisse über die heutige Zeit haben, eine gut erhaltene US-Flagge in einer Wallanlage, irgendwo in den weiten der heutigen USA. Würde man die Flagge astronomisch interpretieren, so deuten die Sterne, die in Wirklichkeit die Staaten der USA symbolisieren, vielleicht auf eine Gruppe von Astronomen oder den Standort eines Observatoriums hin.

Die Zahl der Linien war zunächst identisch mit der Zahl der Sterne. Als aber 13 Staaten der Union beigetreten waren, wurde klar, dass der Platz nicht ausreichen würde. So wurde fortan per Kongressbeschluss die Zahl der Streifen auf 13 festgesetzt, die der Sterne aber fortlaufend erhöht. Wie würden künftige Archäologen die Streifen deuten? Die könnten Visurlinien sein, über die ein bestimmtes Sternbild oder ein Objekt am Himmel angepeilt wurde, nämlich dass, das im Sternenfeld der Flagge abgebildet ist. Entdecken sie dieses Artefakt in der Nähe der Überreste einer Autobahn, könnten Sie darauf schließen, dass eine Sternwarte in der Nähe einer Autobahn errichtet wurde. Und ganz verwegene könnten in der Flagge die Landebahnen von Außerirdischen sehen und die Sterne geben mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit die Position der Heimat der Aliens am Himmel wieder.

Eigene Untersuchungen
Neben der Frage nach der Authentizität der Scheibe hat mich persönlich die nach der Interpretation der Symbole am meisten interessiert und beschäftigt. Und hier besonders die Deutung der Sternansammlung als Sternhaufen der Plejaden. Einem Aufruf auf der NAA-Mailingliste folgend hat Uwe Reimann (VdS) mit Skymap Pro 6.0. die Eigenbewegungen der Hauptsterne der Plejaden um 3600 Jahre in die Zukunft laufen lassen. Ich habe die Linien in umgekehrte Richtung verlängert (rote Linien und Punkte). Im Ergebnis stimmen zumindest vier Sterne ungefähr mit dem Abbild überein, aber ob man das wirklich als Beweis ansehen kann, wage ich nicht zu behaupten, das kann auch Zufall sein.

Schlusswort
Vieles ist nach wie vor unklar und unsicher. Wie auf der Internetseite http://www.archlsa.de/sterne/ berichtet wird, laufen die Ausgrabungen noch und es ist nicht einmal klar, ob es überhaupt einen zeitlichen Bezug zwischen der Scheibe und der Wallanlage gibt. Unsicher ist auch, ob die Ausgrabungsstätte ein frühbronzezeitliches Grab, eine Sternwarte oder ein Lager für sakrale Gegenstände war. Beziehungen haben möglicher Weise zu den Fürstengräbern Leubingen und Helmdorf bestanden.

Die Ausgrabungen werden vor Ort fortgesetzt, gleichzeitig wird die Himmelsscheibe weiter mit naturwissenschaftliche Methoden untersucht. Ein Katalog soll 2003 erscheinen, weiter ist für 2004 ein Kolloquium über die bisherigen Forschungsergebnisse geplant.

  
Der Brockhaus Astronomie: Planeten, Sterne, Galaxien
Siehe auch:
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Astronomie: Eine Einführung in das Universum d...
Der Brockhaus Kunst: Künstler, Epochen, Sac...
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